Convenience Retail Begriffslexikon

Convenience Retail Begriffslexikon

Hier finden Sie Erklärungen zu Begriffen aus dem Retail Convenience Bereich. Die Informationen hier haben keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit, sondern stellen vielmehr eine Zusammenfassung der am häufigsten von Kunden gefragten Themenbereiche dar.

Retail
Retail ist ein englischer Begriff für Einzelhandel, der vom altfranzösischem retaille „abgeschnittenes Teilstück“ abstammt. Der typische Retailkunde ist der Normalbürger als Endverbraucher bzw. der Privatkunde. Im Gegensatz dazu steht der Großhandel, englisch wholesale.

Retail-Geschäft
Ein Retail-Geschäft ist ein sogenanntes Mengen- und Massengeschäft für Endverbraucher bzw. Privatkunden.

Convenience
Convenience beschreibt allgemein die Annehmlichkeit bzw. Zweckmäßigkeit eines Produkts oder eines Dienstleistungsangebots, d.h. dessen Einfachheit, Komfort und Nutzen beim Gebrauch.
Convenience ist also das Bedürfnis nach Optimierung der verfügbaren Zeit bzw. das Bedürfnis nach der „ständigen“ Verfügbarkeit von Lösungen. Convenience Kunden verlangen Lösungen die „just in time“ sind und haben ein starkes Bedürfnis nach Schnelligkeit (geringer Suchaufwand), Sorglosigkeit, Flexibilität als auch Einfachheit. Synonym(e) zu Convenience sind Bequemlichkeit oder Dienlichkeit.

Convenience Stores
Convenience Stores (oder auch kurz C-Stores oder Nachbarschaftsladen genannt) sind kleinflächige Einzelhandelsbetriebe mit 100-300 qm Verkaufsfläche oder auch weniger (im Gegensatz zum Verbrauchermarkt). Sie zeichnen sich durch begrenztes, verzehrsnahes Sortiment (Lebensmittel und gängige Haushaltswaren) sowie verbraucherfreundlichen Öffnungszeiten aus. Typisch sind auch wohnungsnahe und frequenzstarke Standorte. Convenience Stores leiten sich vom englischen Begriff Convenience ab. „Convenience“ so viel wie „Bequemlichkeit“. Gemeint ist damit, dass die Ware jederzeit, schnell und ohne große Belastungen verfügbar ist (One-Stop-Shopping). Convenience Stores zeichnen sich aus, dass sie ihren Kunden auch Lösungen für ihr Bedürfnis nach individuellem Zeitmanagement sowie Schnelligkeit bieten. Einfachheit (intuitive Kundenführung, Benutzerfreundlichkeit, leichte, einfache Prozesse) und Zeitgewinn (bessere Einkaufsqualität mit kurzer Wartezeit) stehen dabei im Vordergrund. Typische Beispiele sind Tankstellen-Shops, Kioske sowie Bahnhofsläden (im weiteren Sinne auch Bäckereien, Metzgereien, Tabakgeschäfte und Getränkemärkte).
Synonym(e): C-Stores
Verwandte Fachbegriffe: Convenience Goods, Convenience Kauf oder Verbrauchermarkt, Einzelhandel

Convenience Goods
Convenience Goods sind Güter des täglichen Bedarfs, die der Konsument möglichst bequem in der Nähe seiner Wohnung oder seines Arbeitsplatzes einkaufen möchte (Verbrauchsgüter), z.B. Gebäck, Milch, Zigaretten, Zeitungen. Da diese Güter tagtäglich oder zumindest sehr oft benötigt werden, nehmen Kunden für den Kauf solcher Güter auch keine großen Umwege auf sich oder bemühen sich um einen Preis- oder Qualitätsvergleich. Gekauft wird meist das, was einem als Nächstes unter die Nase kommt. Anders ist dies bei den sogenannten Shopping-Goods. Dies sind Güter des nicht alltäglichen Bedarfs, also zum Beispiel Schmuck oder Möbel. Für den Kauf dieser Produkte wenden Verbraucher weitaus mehr Energie auf, um das für sie beste Produkt auszuwählen. Natürlich muss bei Convenience Goods auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen, doch sind Kunden gerade für diese Produkte bereit, wenn der Mehrwert der Bequemlichkeit und Schnelligkeit stimmt, einen Aufpreis zu bezahlen.
Gegensatz: Shopping Goods, Speciality Goods.

Shopping Goods
Hierunter versteht man erklärungsbedürftige Güter des periodischen oder aperiodischen Bedarfs, für deren Erwerb der Konsument i.d.R. bereit ist, Beschaffungsanstrengungen auf sich zu nehmen, z.B. weite Einkaufswege, umfassende Preisvergleiche. Shopping Goods sind z.B. Möbel, Elektronikartikel, modische Kleidung, bestimmte Champagner- oder Kosmetikmarken.

Specialty Goods
Speciality Goods sind höherwertige, teure Waren, die nur selten gekauft werden.

Convenience Food
Convenience Food oder Convenience-Lebensmittel ist ein aus dem Englischen entlehnter Begriff für „bequemes Essen“. Damit werden vorgefertigte Lebensmittel bezeichnet, bei denen der Nahrungsmittelhersteller bestimmte Be- und Verarbeitungsstufen übernimmt und dem Verbraucher dadurch die Arbeit erleichtert. Convenience Food wird wie folgt differenziert: Nach der Zubereitungsstufe: • küchenfertig (z.B. fertig geputztes Gemüse) • gar- oder aufbereitungsfertig (Produkte, die nur noch erhitzt werden müssen, z.B. Fischstäbchen, Pizza ) • verzehrfertig („ready to eat“, z.B. Speiseeis, Sandwich)

Conveniencekauf
Der Conveniencekauf wird von Versorgungs-, Ergänzungs-, Impuls- und Lustkauf unterschieden. Die Kaufentscheidung des Conveniencekauf basiert rein auf den Bedürfnissen nach Bequemlichkeit, Schnelligkeit und Individualität. Dies inkludiert auch den Notkauf, bei dem sich der Kunde in einer „Notlage“ befindet und Dinge kauft, die keinen zeitlichen Aufschub zulassen.

Versorgungskauf
Unter Versorgungskauft versteht man einen Kauf, der das Ziel eines längerfristigen Eindeckens mit Waren (1-2 Wochen) hat. Gekauft werden hier überwiegend haltbare Produkte.

Ergänzungskauf
Der Ergänzungskauf oder auch „Top-up-grocery“ genannt dient zur Vervollständigung des Versorgungskaufes (z.B. mit Frische-Produkten). Wenn Auch teilweise sehr ähnlich ist der Unterschied zum Conveniencekauf auch aus Kundensicht gegeben. Laut einer Studie von Aral/BP sehen nur 7% der Kunden den Ergänzungskauf als gleichbedeutend mit dem Conveniencekauf.

Impulskauf, oder aber auch Spontankauf oder Reizkauf genannt.
Unter Impulskauf versteht man einen Zusatz zum Versorgungs-, Ergänzungs-, oder Conveniencekauf. Die Kaufentscheidung entsteht spontan am POS (point of sale) und beruht nicht auf Planung. Typische Beispiele sind Produkte in der Kassenzone bei Tankstellen wie Schokoladeriegel. Ware, die einen Spontankauf leicht auslöst, nennt man Impulsware oder Impulsartikel. Typisch für Spontankauf ist, dass er durch Emotionen oder durch Instinkte geleitet wird („…sieht gut aus, könnte ich verschenken…“ oder „…muss ich haben.“). Diese werden im Körper über das limbische System verarbeitet, daher entsteht ein stark erhöhter Anreiz, wenn dieses unmittelbar angesprochen wird, etwa durch den Geruch frischen Gebäcks oder von frisch gemahlenem Kaffee.

Lustkauf
Beim Lustkauf steht die Absicht, Waren zu kaufen von Beginn an fest . Nur die Konkretisierung des Produktes wird dem Moment überlassen („Shoppen“). Der Lustkauf ist die klassische Befriedigung von Wohlstandsbedürfnissen.

Verbrauchermarkt

Ein Verbrauchermarkt ist eine Betriebsform des Einzelhandels mit mindestens 1000 qm Verkaufsfläche und einem breiten Sortiment, dessen Kern Nahrungs- und Genussmitteln sind (Preis als bevorzugter Wettbewerbsparameter), meist in Randlagen gelegen (aufgrund niedriger Grundstückspreise und günstiger Verkehrsanbindung).

Einzelhandel
Unter Einzelhandel versteht man die Beschaffung und Weiterverkauf von Waren, primär an Endverbraucher; ausschließliche oder überwiegende Wahrnehmung mehrerer Funktionen (z.B. räumliche Nähe zu den Kunden oder Verkauf in geringen Mengen).

Qualität
Der Qualitätsbegriff ist natürlich sehr breit. Eine mögliche und sinnvolle Unterscheidung ist in „Basis Qualität“, das ist die Qualität die Kunden voraussetzen, sowie „Erwartungsqualität“, die mehr durch Preis und Image geprägt ist. Bei der Erwartungsqualität ist sehr wichtig, dass das Qualitätsversprechen auch wirklich erfüllt wird. Die vermittelte Erwartung muss gehalten werden, daher ist hier jedes Versprechen genau zu prüfen. Punkten kann man aber vor allem auch mit der Überraschungsqualität. Dieser Qualitätsbegriff beschreibt, das was Kunden nicht erwarten, wenn er es aber erlebt als sehr positiv empfunden wird. Hier besteht die wahre Differenzierungsmöglichkeit. Hier setzt beispielsweise auch die Wirkung der Mitarbeiter ein: Erzeugung von Resonanz beim Kunden erzeugt

Convenience Shopping
Form des Einkaufs zwischen Versorgungshandel und Erlebnishandel, bei der Konsumenten Bequemlichkeit sowohl beim Einkauf von Gütern des täglichen Bedarfs als auch bei Dienstleistungen (Reinigung, Foto-, Postservice, Geldautomaten) und gastronomischen Angeboten (Imbiss, Trinkhalle, Bistro, Getränkeautomaten) suchen.

Voraussetzungen: Hochfrequentierter Standort, professionelle Logistik, persönliches Engagement des Shopbetreibers, neue, intelligente Convenience-Produkte, konsequente Kundenorientierung (Nähe zum Kunden, schnelle Erreichbarkeit, One-Stop-Versorgung, überschaubare Sortimente, Freundlichkeit, Schnellverzehr, Stressvermeidung, Zeitgewinn, lange Öffnungszeiten).

Point of Sale (POS) – Point of Purchase (POP)
Point of Purchase (POP) ist der Ort des Einkaufs (aus Sicht des Konsumenten) bzw. Ort des Verkaufs – Point of Sale (POS) (aus Sicht des Händlers). Der POS ist also der Ort des Warenangebots (meist Laden bzw. innerbetrieblicher Standort einer Ware im Regal, in einer Verkaufsgondel), an dem die Kunden unmittelbaren Kontakt mit der Ware haben und die deshalb, zur Förderung von Impulskäufen, gezielt mittels Maßnahmen der Verkaufsförderung, angesprochen werden können. Durch zunehmende Verbreitung des Internets und damit verbunden des Online Shoppings wird der POS immer häufiger nach Hause (im privaten Bereich) bzw. an den Arbeitsplatz (im geschäftlichen Bereich) verlagert.

Display-Ware
Die Artikel in dieser Kategorie sind bereits in Verkaufs-Displays verpackt.
Dadurch ist die Ware automatisch optimal präsentiert und ist schnell und einfach aufgebaut. Das Motto hier: Auspacken – Aufstellen – Umsatz

Impulsartikel
Impulsartikel sind verkaufsfördernd präsentierte Angebote, die Kunden zu Spontankäufen animieren. Mit anderen Worten: bei Betreten des Geschäftes wissen die Kunden noch nicht, dass sie gerade diesen Artikel unbedingt benötigen.
Ob im Supermarkt, in der Tankstelle oder in der Apotheke: überall, wo ein Kassenbereich existiert und die Kunden zwangsläufig entlanggeführt werden, ist der ideale Bereich für Impulsartikel. Hier werden dem Kunden interessante Artikel unübersehbar vor Augen geführt.
Ist das Interesse dann erst einmal geweckt, ist der Preis zur Nebensache geworden. Viel wichtiger ist in dem Moment das Gefühl der Belohnung: im Vorbeigehen hat der Kunde einen tollen Artikel geschnappt. Impulsartikel haben in der Regel hohe Margen.

Um Impulsartikel gewinnbringend zu verkaufen, sind einige wenige Punkte zu beachten:
1. Artikelauswahl
2. Präsentation 3. Abwechslung:
Mit Ausnahme der regelmäßig gefragten Verbrauchsartikel sollten unbedingt regelmäßig alle 2 Wochen die Artikel ausgetauscht werden. Eventuell vorhandene Restbestände sollten dringend umplatziert werden und haben in der Impulszone nichts verloren. Nur ein immer neues Erscheinungsbild dieses lukrativen Bereiches weckt die Aufmerksamkeit Ihrer Kunden.

 

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